Selbstvertrauen und soziale Kompetenz

Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
Das Selbstwertgefühl ist Ausdruck der Meinung, die man über sich selbst hat. Es ist ein Urteil, das wir ständig über uns selbst fällen, das aber auch wechseln kann, z.B. durch neue Erfahrungen. Wie wir uns selbst sehen (Selbstbild), wie wir uns einschätzen (Selbsteinschätzung). Unser Selbstbild und unsere Selbsteinschätzung beziehen sich auf verschiedene Eigenschaften: unser äußeres Erscheinungsbild, Talente, Anpassungsfähigkeit, Fertigkeiten (was wir geübt haben), Wesenszüge und auch wie unser Ansehen in verschiedenen Gruppen ist.
Das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl kommen in unseren Handlungen zum Ausdruck und werden wieder durch äußere Faktoren wie Eltern, Lehrer/ Erzieher, Freunde, Geschwister, Therapeuten und anderen Menschen beeinflusst. Auch hängt das Selbstwertgefühl von unseren Lebenserfahrungen und Erfolgen ab.

Wie entwickelt sich das Selbstwertgefühl?
Um die Basis für die Entwicklung des Selbstwertgefühls zu schaffen, müssen einerseits die Grundbedürfnisse des Menschen (wie z.B. Luft, Wasser, Nahrung, Schutz, Schlaf…) und andererseits Geborgenheit und Anerkennung in einer sozialen Gruppe gewährleistet sein. Je nachdem, ob ein Kind nun von außen Achtung oder Missachtung erfährt, formt sich seine Selbsteinschätzung. Somit bildet sich in den ersten zwei Lebensjahrzehnten der Grundstein für eine positive/ negative Selbsteinschätzung, jedoch ist diese einem andauernden Prozess unterworfen und kann ich somit, auf Grund verschiedener Faktoren, ständig ändern.
Das bedeutet auch, dass das Selbstbild eines Kindes positiv beeinflussbar und dadurch korrigierbar ist. Voraussetzung für einen Lernprozess dieser Art, ist die Bereitschaft des Kindes, neue Erfahrungen zu machen und etwas über sich selbst zu lernen.

Grundsätze in der Therapie:

  • Erfolg im Leben vergrößert das Selbstvertrauen
  • Die Entwicklung und das Erlernen bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten
    beeinflussen das Selbstbild und somit das Selbstvertrauen positiv.

Um Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstvertrauen zu stärken, ist es wichtig eine (Lern-) Atmosphäre in der Therapie  zu schaffen, in der sie die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, auszuprobieren und ihre Fähigkeiten n konkreten Situationen unter Beweis zu stellen. Die Kinder und Jugendlichen haben durch die Übungen die Möglichkeit ihre Stärken und Schwächen kennenzulernen, wertzuschätzen und zu akzeptieren. Auf diese Weise findet eine Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Hindernissen und künftigen Zielen statt. Viel zum Aufbau und Erhalt von Selbstvertrauen tragen Gespräche, soziale Interaktion und die Übung, dass jeder Recht auf Anerkennung und Wertschätzung hat bei. Wertschätzung bedeutet sich gegenseitig zuzuhören, sich gegenseitig Aufmerksamkeit schenken.

Sozialverhalten
Ein ausgeprägtes Sozialverhalten bedeutet, sich in andere hineinversetzen zu können, mit anderen verantwortungsbewusst umzugehen und dabei doch auf sich selbst achten zu können. Kindern, die Schwierigkeiten im Sozialverhalten aufweisen, fehlt oftmals die positive Kommunikation. Es kann passieren, dass Situationen falsch eingesetzt werden und somit eine unangemessene Reaktion stattfindet. Diese Kinder brauchen vor Allem neue (positive) Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich, um solche Schwierigkeiten überwinden zu können und die Möglichkeit zu haben stabile Beziehungen aufzubauen. Eine wesentliche Übung ist „Zusammenarbeit statt Gegeneinander“. Die Übungen in diesem Bereich können folgende Fragen für die Kinder beinhalten:

  • Wie verbessere ich mein Lernverhalten?
  • Kann ich stolz auf meine Leistungen sein.
  • Wie werde ich mit Misserfolgen und Enttäuschungen fertig?
  • Wie treffe ich vernünftige Entscheidungen

Was also ist soziales Kompetenztraining?
Anhand verschiedener Methoden (z.B. Rollenspiele, kreative Medien, Entspannung, Kommunikation und begleitenden Elterngesprächen) werden sozial kompetente Verhaltensweisen geübt, die es dem Kind ermöglichen sollen, sich in einer Gruppe zu orientieren und seine Bedürfnisse einzubringen.

Themenschwerpunkte der Therapieeinheiten sind:

  • Regeln im Zusammensein:Verantwortung übernehmen,...
  • Selbsteinschätzung: Realistisches Selbstbild entwickeln, Gefühle anerkennen und sie benennen, Respekt sich selbst gegenüber, Stärken und Schwächen kennenlernen, sich ein Ziel setzten und es erreichen,…
  • Fremdwahrnehmung:Respekt anderen gegenüber
  • Konflikte:Konfliktmanagement, Stressbewältigung
  • Verantwortung übernehmen